Alkohol...
...hat in meinem früheren Leben eine große Rolle gespielt. Ich bin - mehr darüber könnt ihr unter "Aleeshas Geschichte" nachlesen - mit einem Alkoholiker und einer massiv co-abhängigen Mutter aufgewachsen.
Fast 9 Jahre habe ich unter dem Alkoholismus eines Menschen gelitten, der sich als mein Stiefvater bezeichnet hat. In dieser Zeit gab es immer wieder Entzüge (7 waren es - glaube ich), Aufenthalte in Kliniken und Rückfälle. Zwei Jahre schaffte er es, trocken zu bleiben - dann warf ihn wieder etwas aus der Bahn und er griff zur Flasche.
Alles, was in dieser Zeit geschehen ist und woran ich mich erinnern kann, habe ich dazu in meiner Geschichte aufgeschrieben. Auf diesen Seiten geht es mir viel mehr um die fatale Wirkung von Alkohol. Und auch darum, dass man durchaus mal etwas trinken kann.
Alkohol ist längst zur Volksdroge mutiert. Ist man älter als 16 Jahre, bekommt man überall alkoholische Getränke zu kaufen. Genau wie Zigaretten. Längst gehört Alkohol wie selbstverständlich zu unserem ganz normalen Alltagsleben. Das fängt an mit dem Bier abends in der Kneipe, dem Sekt in der Firma bei bestimmten Anlässen, dem guten Wein beim Essen usw.
Umso schwieriger ist es oft, in einer der genannten Situationen einfach NEIN zu sagen. Nein, ich möchte nichts trinken. Sei es, weil ich noch fahren muß, weil ich schwanger bin, weil ich einfach nicht mag, weil ich aus gesundheitlichen Gründen besser nichts trinken soll oder eben, weil ich abhängig bin und abstinent bleiben will/muß. Der schräge Blick und die dazugehörige Frage kommen oft genug. Und machen es dem Menschen nicht einfacher, NEIN zu sagen. So ein kleines Wort - und doch oft so schwer. Der Gruppenzwang spielt hier sicher eine große Rolle - alle trinken etwas. Alkohol gehört einfach dazu.
Ich habe hier auf diesen Seiten ein paar Fakten rund um Alkohol und Alkoholabhängigkeit zusammentragen. Grundlage dafür ist Informationsmaterial der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gewesen - und natürlich meine eigenen Erfahrungen.
Ich kann und will hier gar nicht umfassend und objektiv berichten, das können andere besser. Auf der Linkseite findet Ihr auch Seiten, die sich intensiver mit dem Thema Alkohol beschäftigen.
Alkohol bewirkt gesundheitliche Schäden
Ab einer bestimmten Menge fängt Alkohol an, schädlich im Körper zu wirken. Fachleute unterscheiden bei den Mengenangaben zu dieser Grenze zwischen Angaben für gesunde, erwachsene Männer und für gesunde, erwachsene Frauen. Die Grenzen liegen nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Männer bei etwa 21 kleinen (0,2 l) Gläsern Alkohol pro Woche (oder 3 kleinen Gläsern täglich) und für Frauen bei 14 kleinen Gläsern pro Woche (oder 2 kleinen Gläsern täglich). Ab dieser Menge ist Alkohol schädlich für den gesamten Organismus.
Für die unterschiedlichen Grenzwerte bei Männern und Frauen finden sich die Gründe in biologischen Unterschieden. Wenn ein Mann und einen Frau mit ungefähr gleichem Körpergewicht gleich viel Alkohol zu sich nehmen, hat die Frau einen um bis zu 20% höheren Alkoholgehalt im Blut. Die weibliche Leber baut Alkohol deutlich langsamer ab als das männliche Organ, weil das dafür benötigte Enzym einfach nicht in der notwendigen Menge vorhanden ist. Ärzte haben nachgewiesen, dass Alkohol ab dem 35. Lebensjahr in geringen Mengen (!) das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen (insbesondere das eines Herzinfarktes) etwas senken kann. Es ist aber auch erwiesen, dass das Risiko für viele gesundheitliche Störungen deutlich höher ist, wenn man Alkohol konsumiert. Als gesundheitliche Schäden können auftreten:
- der relativ harmlose Bierbauch (Übergewicht)
- Krebserkrankungen
- Leberprobleme (Zirrhose)
- Herz-Kreislaufprobleme (Bluthochdruck, Herzmuskelerkrankungen)
- Probleme mit dem zentralen Nervensystem
(Schlaganfall, Gedächtnisstörungen, Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit)
Eher selten treten Krampfanfälle auf, Verwirrtheitszustände (Delirium), Wahnvorstellungen, Nervenentzündungen (Gefühlsstörungen in Armen und Beinen), Einwirkungen auf das Immunsystem (vermehrte Neigung zu Infektionskrankheiten) und auf das Hormonsystem.
Als ob das nicht genug wäre, besteht eben auch noch die Gefahr einer Abhängigkeit vom Alkohol mitsamt der Folgen für die gesamte Gesundheit (also die psychische und die körperliche).
Trinkgewohnheiten erkennen und durchbrechen
Wenn Du merkst, dass Du zuviel Alkohol trinkst, hast Du jederzeit die Möglichkeit, Deine Trinkgewohnheiten zu ändern. Relativ leicht geht dies, wenn Du versuchst, zu erkennen, in welchen Situationen Du trinkst und warum Du dann genausogut verzichten kannst.
Mach Dir bewusst, welche Vorteile es hat, nicht mehr oder seltener zu trinken. Es gibt sicher viele gute Gründe, weniger Alkohol zu trinken. Du wirst fitter werden, besser aussehen, viel Geld sparen, gesünder sein, weniger Streß mit Deiner Beziehung haben. Deine ganz persönlichen Gründe kennst nur Du allein - aber Du kannst Dir Zeit nehmen, sie herauszufinden.
Wichtige Regeln für den verantwortungsvollen Umgang
- Beachte die Grenzwerte, die die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitl. Aufklärung) empfiehlt, um Gesundheitsschäden vorzubeugen.
- Vermeide es, Dich zu betrinken. Betrunkene sind für sich selbst und für
andere eine Gefahr.
Bei jedem Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen und Schlaganfälle und Herzrhythmussstörungen können durch einen Rausch ausgelöst werden. - Alkohol steigert oft Agressivität und Gewaltbereitschaft. Körperverletzung, Totschlag und Vergewaltigung, Kindesmisshandlung und Gewalt gelten besonders in der Familie als alkoholtypische Vergehen.
- Bleibe an mindestens zwei Tagen pro Woche alkoholfrei. Täglicher Konsum - egal welche Menge - bedeutet immer Gewöhnung, der erste Schritt in die Abhängigkeit. Abhängigkeit ist das Gegenteil von persönlicher Freiheit.
- Trink keinen Alkohol, wenn es auf Leistungsfähigkeit, Konzentrationsvermögen und schnelle Reaktionen ankommt (bei der Arbeit, im Straßenverkehr, beim Sport). Alkohol wirkt im Körper wie ein Betäubungsmittel. Sehvermögen und Bewegungskoordination, Gehör und Geruchssinn leiden bereits ab 0,2 Promille. Reaktionsgeschwindigkeit und Risikobereitschaft werden ab 0,5 Promille in Mitleidenschaft gezogen. Alkohol ist eine der häufigsten Unfallursachen, etwa jeder 6. Verkehrstote starb an einem Alkoholunfall.
- Alkohol gehört nicht in Kinderhände! Abgabe und Verkauf von Alkohol an
Kinder unter 16 Jahren sind gesetzlich verboten.
Kinder reagieren auf Alkohol viel empfindlicher als Erwachsene, ein kleines Kind kann schon bei 0,5 Promille bewusstlos werden. - Achte auf die Menge des konsumierten Alkohols bei Jugendlichen. Neugier ist normal - starker und häufiger Alkoholkonsum ist immer ein Warnsignal. Je früher Jugendliche trinken, umso größer ist die Gefahr einer Gewöhnung.
- Sei als älterer Mensch besonders zurückhaltend mit Alkohol. Im Alter sinkt die Fähigkeit des Körpers, Alkohol abzubauen und zu vertragen.
- Wenn Du schwanger bist, verzichte ganz auf Alkohol. Der Alkohol gerät über
die Plazenta zum Embryo und greift die
Nerven und Organe direkt an. Schwere körperliche und geistige Behinderungen können die Folge sein. Auch, wenn Du stillst,
ist es besser, nichts zu trinken - der Alkohol geht in die Muttermilch über, die hat dann den gleichen Alkoholgehalt wie das
Blut. Säuglinge können Alkohol nur sehr schwer abbauen, weil die Organe und das Gehirn noch nicht voll ausgereift sind. - Wenn Du Medikamente einnehmen musst, befrag Deinen Arzt, ob es Wechselwirkungen mit Alkohol gibt. Der Abbau des Alkohols entzieht dem Körper Energie, dies beeinträchtigt oder verhindert die Wirkung des Medikaments. Besonders bei psychisch wirksamen Medikamenten (Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel etc.) ist die Wechselwirkung gefährlich.
- Kläre, ob Du aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einer andere besonderen Belastung lieber alkoholfrei bleiben solltest oder Dich sehr stark zurückhalten solltest (z.B. Diabetes). Auch Abhängigkeitsprobleme in der Familie sind ein Grund zu Zurückhaltung oder Abstinenz, ein erblicher Einfluss bei der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit gilt inzwischen als sicher.
die sich ausführlich mit allen Aspekten der Alkohol-Krankheit befassen. Links zu diesen Seiten finden sich im Link-Verzeichnis.